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Die Profimusiker des Harrycane Orchestras überzeugten, technisch auf höchstem Niveau, mit ihrem Mix aus arabischer Melodik und westlichem Modern Jazz.

Leichtigkeit trotz komplexer Rhythmik, originelle Kompositionen sowie Leidenschaft in Improvisation und Ausdruck sind die Attribute, die dem Augsburger Sextett um Schlagwerker und Komponist Harry Alt den wohlverdienten 2. Platz des Creole Bayern Wettbewerbs 2019 sicherten. „Harrycane kann! Und ist der klingende Beweis dafür, dass sich die kulturelle Auseinandersetzung mit ‚Ost und West‘ lohnt und daraus erfolgreich Neues erschaffen werden kann“, so Rainer Pirzkall, Creole-Jurysprecher und Leiter des Nürnberger Bardentreffens.

Jury des CREOLE-Weltmusik-Wettbewerb
Nürnberg, Februar 2019

Augsburger Allgemeine

Januar 2018

A3-Kulturmagazin

November 2017


Das Harrycane Orchestra vollführte beim APC-Sommer in den Kleinen Thermen den gelungenen Culture-Clash zwischen West und Ost.

Kempten – Wo seit Langem und gerade wieder auf den großen Bühnen der Welt viel Porzellan in der west-östlichen Völkerverständigung zerschlagen wird, gab es letzten Sonntagabend in den Kleinen Thermen des Archäologischen Park Cambodunum eine Antwort darauf:

Das Harrycane Orchestra, eine 2015 gegründete Band aus Augsburg, die Kemptens Kleinkunstverein Klecks bereits Anfang diesen Jahres in seiner Klecks.Live-Reihe im Künstlerhaus präsentiert hatte.

Im intimen Rahmen brachten bereits damals die sechs Musiker der Band die anregendste Mischung aus europäischem Jazz und orientalischem Folk seit dem Weltmusikprojekt Embryo zu Gehör. Das Konzert am Sonntagabend war auf Grund der unsicheren Wetterlage wieder einmal von draußen nach drinnen in die Kleinen Thermen verlegt worden. Die Musiker betraten die gläserne Plattform der Bühne und begannen mit einem Intro an der arabischen Laute, der Oud, in das dann die anderen Instrumente nach und nach einstimmten.

Bereits beim ersten Stück ergab sich der typische Sound der Band aus türkischem Gesang, arabischen Tonleitern und westlich-jazziger Rhythmusgruppe. Ohne dass es die Texte verstand, übertrug sich sofort der wehmütige und meditative Charakter dieses und der folgenden Stücke auf das Publikum, das zwischen den archäologischen Überresten der Thermen auf bereitgestellten Stühlen seinen Platz gefunden hatte.

Der Sänger und Riq-Spieler Tarkan Yesil erläutert: „Im Prinzip geht es um die Ungerechtigkeiten auf der Welt, die wir jeden Tag erleben, und dass wir nichts dagegen unternehmen können. Unsere Idee ist es, mit unserer Musik diesem Elend einen Klang zu verpassen.“ Schlagzeuger Harry Alt schreibt einen Großteil der Stücke, Tarkan Yesil erfindet die türkischen Texte zu den Liedern. Beide waren die Gründer der Band, zu denen sich dann die weiteren Musiker aus dem Freundeskreis fanden.

Alles Profimusiker, die zumeist als Musiklehrer und Dozenten ihr Geld verdienen. Trotz der elegischen Grundstimmung fehlte bei keinem der Songs der Drive und der Groove, die eine Band live erst hörenswert machen. Guiseppe Puzzo am Kontrabass erzeugte zusammen mit Harry Alt am Schlagzeug und David Kremer mit seinen stimmigen Rhodes-, Piano- und Orgelsounds die treibenden Backgrounds für die allesamt längeren Stücke. Den orientalischen Anteil steuerte Joe Aykut bei, der die Oud und das Cümbüs, eine Art türkisches Banjo spielte und auch Tarkan Yesil, der neben seinem Gesang die tambourin-ähnliche Riq schlug. Wahrer Wandler zwischen den Welten war Kay Fischer an diversen Saxophonen und der Klarinette, der durch die Auswahl seiner Tonleitern je nach Stück das Zusammenspiel mehr westlich oder mehr östlich einfärbte. Bandleader Harry Alt führte mit sympathischen Ansagen und Erläuterungen durch das Programm, das nach zweieinhalb kurzen Stunden mit einer Zugabe zu Ende ging.

Unbedingt zu empfehlen ist die erste und bislang einzige CD „Phosphorus“, die die Band letztes Jahr aufgenommen hat. Auf ihr sind alle Stücke, die neben anderen im Konzert gespielt wurden, enthalten. Alleine schon die liebevolle und grafisch perfekte Aufmachung der CD-Hülle, die viel von der Intention und dem Wesen der gespielten Musik in sich trägt, lohnt die Anschaffung.  

Jürgen Kus
Kempten 2018

Ohrenschmauch 
2017

Die Liebe zur orientalischen Melodieführung, die Faszination für arabische Rhythmik sowie die Leidenschaft für Improvisation bilden die Basis der Kompositionen, die Schlagzeuger/Komponist Harry Alt speziell für dieses Ensemble geschrieben hat.
Das klingt oftmals fast volksliedhaft, im nächsten Moment eher weltmusikalisch nach Arabic-Jazz.
Mal bestimmt der türkische Gesang von Tarkan Yesil, mal die pure Imrovisationsfreude aller beteiligten Musiker das Geschehen. Strenge Kompositionen stehen freier Gestaltung gegenüber,ergänzen sich oder lösen sich ineinander auf. Die verwendeten musikalischen Stilistiken verfolgen meist das Ziel einer hypnotisch-anmutenden Klangstruktur.

Im Jahr 2015 gründete Schlagwerker Harry Alt das „Harrycane Orchestra“ mit dem hoch gesteckten Ziel, orientalische Musik und Jazz durch eigene Kompositionen zu vereinen. Es folgten tolle Konzerte u.a auf dem Festival der Kulturen Augsburg, der Jazzfreinacht 2017 und diverse Festivals 2018 ….

Für das Mini-Orchester konnte er Tarkan Yesil (Gesang/Riq), Joe T. Aykut (Cümbüc), Giuseppe Puzzo (Bass), David Kremer (Klavier) sowie Kay Fischer (Saxophon/Klarinette/Flöte) gewinnen.

2017 erschien die CD „Phosphorus“ auf dem Label MilkyHilly Music (Vertrieb Galileo)

Pressetext
HarrycaneOrchestra

© Harald Alt